Kirchengeschichte

 Unsere Kirchengemeinde hat eine rege Gemeindearbeit, die eng mit dem Dorfleben verbunden ist. So sind beispielsweise der Billingshäuser Jugendraum und unsere Gemeindebücherei im Rathausgebäude untergebracht.

Die ökumenische Verbundenheit mit den kath. Ortsgemeinden wird bei uns aktiv gelebt, so nutzen wir beispielsweise in Leinach die katholische Kapelle St. Peter und teilen uns den Gemeinderaum.

Kommen Sie am besten selbst mal vorbei und machen sich Ihr eigenes Bild unserer Gemeinde.

Kirchengeschichte Billingshausen
Urkundliche Ersterwähnung datiert auf den 11. Februar 1260.
Eine Gräfin von Wertheim verzichtet auf Güter, die das Nonnenkloster Himmelspforten von Konrad von Billingshausen gekauft hatte (Abt Heinrich von Enkersberge fungierte als Zeuge).
Der Ortsname lässt sich mit Bestimmtheit nicht verifizieren. Sprachlich wie geographisch nahe liegend bietet sich aber an: Billing -Billung- bedeutet eigentlich Gerichtshof, Bill = Recht oder Gesetz (vergl. Unbill zu „recht und billig“) –ing = inhag, Gehege, Schranke. Der Hof zum grünen Baum und der Grafeneckartsturm in Würzburg hießen noch im 12. Jh. „Hof Billung“, der Gerichtshof. Der Besitzer des Hofes war Eckart, bischöflicher Schultheiß. Demnach ist der Ortsname Billingshausen eine Ansiedlung, die bei einer Gerichtsstätte entstand, bzw. an den Gerichtsverhandlungen stattfanden.
Am 16. März 1351 wird Billingshausen als eigene Pfarrei erwähnt. Die Mutterpfarrei war Urspringen.
Nach Überlieferung ist die Kirche (s. Bild ganz unten) eine Michaelskirche. Dafür spricht, dass sie sich, samt den nicht mehr vorhandenen Gaden (Vorratsräumen und Kellern) auf dem Ausläufer eines Höhenzuges befindet. Auch wurde die Kirchweih früher um Michaeli, 29. September, gehalten. Nach dem großen Brand vom 4. auf den 5. Juni 1883 konnte der „Gastwirt zum Lamm“, Baumann, zum 5. und 6. Oktober 1884 zur Einweihung des neuen Tanzsaales zur Kirchweih laden. Auch der „Gastwirt zum Adler“, Steigerwald, lud zum selben Datum zur Kirchweih.
1449 errichtete Graf Johann II. von Wertheim unter anderem das Weistum Billingshausen. Damit gebot der Graf über Dorf und Markung. Der Schultheiß hielt Gericht im Namen des Grafen.
1505 übergab das Hochstift Würzburg seine Leibeigenen in Billingshausen mit all ihren Pflichten an den Grafen von Wertheim.
1524 (1529?) trat Billingshausen mit Graf Georg II. der neuen lutherischen Lehre bei (Cuius regio, eius religio – wessen das Land, dessen der Glaube).
Mit Erlöschen des Geschlechtes der Grafen von Wertheim mit Michael III., 1556, fiel Billingshausen nach längeren Auseinandersetzungen mit dem Hochstift durch Heirat und Erbschaft an das protestantische Haus Castell.
Die Grafen von Castell waren die Standesherren des ganzen Dorfes bis 1848 und blieben ihm, ab 1901 als Fürsten, bis zur formellen Auflösung des Kirchenpatronats, 1969, in Freundschaft verbunden.
Im Vollzug der Gebiets- und Verwaltungsreform wurde zum 1. Mai 1978 Billingshausen als Ortsteil der Gemeinde Birkenfeld eingegliedert.
(mit freundlicher Unterstützung von Alfred Kraus, Billingshausen)

Weitere Informationen erhalten Sie auch in der Chronik der Kirchengemeinde Billingshausen.

Chronik von Billingshausen
von Alfred Kraus erschienen im Jahr 2009 (153 Seiten) 

Chronik der Kirchengemeinde Billingshausen
Bildrechte: KG Billingshausen

 

 

Die nahezu fortlaufende Besetzung der Pfarrstelle Billingshausen in der Zeit der Herrschaft von Wertheim und Castell bis heute, ist in fast ununterbrochener Reihenfolge belegt, siehe Chronik